Visuelle Worterkennung in der Zweitsprache von bilingual aufgewachsenen Kindern aus Einwandererfamilien

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Titel: Visuelle Worterkennung in der Zweitsprache von bilingual aufgewachsenen Kindern aus Einwandererfamilien
Sonstige Titel: Visual word recognition in the second language of early bilingual immigrant children
Autor(en): Oliva y Hausmann, Andrés
Erstgutachter: Prof. Dr. Siegfried Greif
Zweitgutachter: PD Dr. Ulrich Ansorge
Zusammenfassung: Diese Arbeit ist mit der Frage befasst, ob sich früh bilinguale Grundschulkinder aus Einwandererfamilien zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt ihres Leseerwerbs in ihrer visuellen Worterkennung von monolingualen Altersgenossen unterscheiden. Insbesondere wird hinterfragt, ob ein erfolgreiches Leseverstehen unter Bilingualen mit einer anderen Nutzung von Worterkennungsfertigkeiten zusammenhängt als unter Monolingualen. Im empirischen Teil der Arbeit wird von einer Untersuchung berichtet, in deren Mittelpunkt die visuelle Worterkennung von N=80 türkisch-/deutschsprachig aufgewachsenen und N=57 monolingualen Drittklässlern stand. Hier wurden zunächst das Lese- und Hörverstehen der Kinder erhoben. Anschließend wurde der Einsatz von Worterkennungsfertigkeiten beim lauten Vorlesen ganzer Sätze erörtert und anhand der Bild-Wort-Aufgabe der automatisierte Zugang zur visuellen Worterkennung betrachtet. Die Forschungsergebnisse werden vor dem Hintergrund einer parallelen Verfügbarkeit von phonologischen Forminformationen beider Sprachen im bilingualen mentalen Lexikon interpretiert. Danach fällt es bilingual aufgewachsenen Kindern aus Einwandererfamilien in ihrer Zweitsprache schwerer, Schreibungs-Lautungs-Bezüge zu schriftsprachlichen Markierungen phonologischer Merkmale abzuleiten, wenn diese Merkmale für die phonologische Struktur der Erstsprache irrelevant sind. Einige Bilinguale können eine erschwerte phonologische Worterkennung mit Hilfe der Sichtworterkennung so effizient kompensieren, dass ihnen trotz dieser Probleme eine hoch automatisierte visuelle Worterkennung möglich ist. Dies gilt vor allem für bilinguale Kinder, die in ihrer Sprachdominanz und in ihrer Sprachwahl die Erstsprache nicht bevorzugen. Aufbauend auf dieser Interpretation werden weitergehende Forschungsperspektiven eröffnet und Implikationen für die Gestaltung des Schriftspracherwerbs diskutiert.
URL: https://repositorium.ub.uni-osnabrueck.de/handle/urn:nbn:de:gbv:700-2009111811
Schlagworte: Visuelle Worterkennung; Schriftspracherwerb; Bilingualität; Einwanderung; Migrationsforschung; Grundschulkinder
Erscheinungsdatum: 16-Nov-2009
Enthalten in den Sammlungen:FB08 - E-Dissertationen

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