Osnabrück JMCE Award Series Nr. 08 (2013) - Der Einfluss internationaler Akteure auf die Rentenreformen der Transformationsstaaten in Mittel- und Osteuropa

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Titel: Osnabrück JMCE Award Series Nr. 08 (2013) - Der Einfluss internationaler Akteure auf die Rentenreformen der Transformationsstaaten in Mittel- und Osteuropa
Autor(en): Lagemann, Andreas
Zusammenfassung: Alterssicherungssysteme sind ein wichtiger Bestandteil der sozialen Sicherung und somit ein sensibles Feld nationaler Souveränität. Da die zukünftige Entwicklung der Rentensysteme mit Blick auf die zurückgehende Bevölkerungsentwicklung und die finanzielle Nachhaltigkeit von großer Bedeutung ist, versuchen auch internationale Akteure die Reformen zu beeinflussen. Die Weltbank vertritt in ihrer „neuen Rentenorthodoxie“ ein Drei-Säulen-Modell, bei der eine kapitalfinanzierte, privat verwaltete Säule den Hauptteil ausmacht. Sie tritt dabei als epistemische Gemeinschaft auf, die technisches Wissen und Kredite zur Verfügung stellt. Obwohl die soziale Integration weit weniger vorangeschritten ist als die des Binnenmarktes, besteht seit 2001 auch in der EU die Zielsetzung der Angleichung der Rentensysteme. Aufgrund der stark voneinander abweichenden Sozialsysteme innerhalb der EU, ist eine Koordination allerdings schwierig und beschränkt sich auf die „soft law“-Praxis der Offenen Methode der Koordinierung. Anhand des Beispiellandes Ungarn vergleicht diese Arbeit mit Hilfe einer zuvor erstellten Heuristik die Modelle der Weltbank und der EU mit den Rentenreformen und untersucht den Einfluss der beiden Akteure seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und den damit einhergehenden Umwandlungsprozessen der politischen und sozialen Ordnung. Nachdem erst nur parametrische Reformen durchgeführt wurden, wurde 1998 ein dreisäuliges System (ähnlich dem Weltbank-Modell) mit einer gestärkten kapitalfinanzierten Säule geschaffen, welche 2010 allerdings wieder verstaatlicht wurde. Die Analyse der Reformen ergibt, dass die Weltbank von Beginn an mit ihrem Modell und dem technischen Wissen über den Einflusskanal des Wirtschaftsministeriums einen direkten Einfluss ausübte. Wie die Reform von 2010 zeigt, ist dieser aber nur dann nachhaltig erfolgreich, wenn er mit der Zahlung von Krediten verbunden ist. Die EU beeinflusste erst seit den Beitrittsverhandlungen und der EU-Mitgliedschaft Ungarns seit 2004 Änderungen des Rentensystems. Ihre Einflussnahme ist aber fast ausschließlich auf die Umsetzung der Beitrittskriterien und den Binnenmarkt betreffende „hard laws“ begrenzt. Die OMK ist kaum von Bedeutung.
Bibliografische Angaben: Lagemann, Andreas: Der Einfluss internationaler Akteure auf die Rentenreformen der Transformationsstaaten in Mittel- und Osteuropa. Hrsg. Stefanie Stasche. Osnabrück: JMCE (2013). Osnabrück JMCE Award Series ; 8
URL: https://repositorium.ub.uni-osnabrueck.de/handle/urn:nbn:de:gbv:700-2013091811600
Schlagworte: Rentenreformern; Weltbank; Ungarn; Europäische Union; Alterssicherung; OMK; Offene Methode der Koordinierung; Rente
Erscheinungsdatum: 18-Sep-2013
Enthalten in den Sammlungen:Osnabrück JMCE Award Series

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