Die Rezeption der algerischen französischsprachigen Literatur in den deutschsprachigen Ländern. Dargelegt am Beispiel von Assia Djebar, Azouz Begag und Maïssa Bey

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Titel: Die Rezeption der algerischen französischsprachigen Literatur in den deutschsprachigen Ländern. Dargelegt am Beispiel von Assia Djebar, Azouz Begag und Maïssa Bey
Autor(en): Belkhira, Souad
Erstgutachter: Prof. Dr. Wolfgang Asholt
Zweitgutachter: Prof. Dr. Andrea Grewe
Zusammenfassung: Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit der Rezeption der algerischen französischsprachigen Literatur im deutschsprachigen literarischen Feld, bzw. im Verlagsgebiet, in der deutschsprachigen Öffentlichkeit und in der romanistischen Literaturwissenschaft. Ziel der Arbeit ist, den paratextuellen Diskurs zu untersuchen, der die literarischen Texte algerischer französischsprachiger Autoren in einen neuen sprachlichen und literarischen Kontext transferiert und dabei die Rolle der verschiedenen Akteure des literarischen Feldes (Verleger, Übersetzer, Literaturkritiker und Literaturwissenschaftler) im kulturellen Transfer und im interkulturellen Dialog aufzuzeigen. Diese Arbeit will einen Beitrag dazu leisten, den interkulturellen Austausch und den Dialog zwischen Algerien und dem deutschsprachigen Raum aufzuzeigen. Die zentrale Fragestellung richtet sich auf die Art des Interesses an der algerischen französischsprachigen Literatur, einer Literatur aus der arabisch-islamischen Welt, im deutschsprachigen Raum: Wie und in welchem Kontext werden literarische Werke algerischer Autoren im deutschsprachigen literarischen Feld rezipiert? Warum wird von wem was wie selektiert, veröffentlicht und rezipiert? Im Zentrum der Darstellung steht der Rezipient und seine Wahrnehmungsweise, seine Lesemotivation und seine Produktionsbedingungen. Es lässt sich anhand dieser Rezeptionsforschung herausstellen, dass die Rezeptionssituation der algerischen französischsprachigen Literatur im deutschsprachigen literarischen Feld nicht allgemein beurteilt werden kann. Es lassen sich Unterschiede in den Rezeptionsmodi dieser Literatur bei den einzelnen Rezipienten innerhalb derselben literarischen Vermittlungsinstanz erkennen. Allgemein betrachtet lässt sich sagen, dass es um eine mangelhafte Präsenz der algerischen französischsprachigen Literatur im deutschsprachigen literarischen Feld handelt. Es ist eher die Rede von der Rezeption der bekanntesten Autoren, die jedoch auf dem persönlichen Interesse einzelner Rezipienten beruht. In den meisten Fällen lässt sich die Wahrnehmungsweise dieser Literatur als eine faktuale Rezeption beurteilen: Die politisch-historischen Ereignisse (algerischer Befreiungskrieg: 1954-1962, Bürgerkrieg: 1990er, arabische Revolution 2011), und die soziokulturelle Situation bzw. die Situation der Frau im Islam scheinen wesentliche Faktoren zu sein, die die Rezeption dieser Literatur fördern und zu einer „reduktionistischen“ Lektüre dieser Literatur führen. Die Beschäftigung mit dieser Literatur hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen, die den Rezeptionsprozess beeinflussen. Einerseits ist die fehlende Anwesenheit dieser Literatur auf dem deutschsprachigen „Buchmarkt“ mit dem geringen Kenntnisstand über die Herkunftskultur der Autoren begründet, was letztendlich auf die Frage der literarischen Sozialisation zurückzuführen ist. Andererseits spielen die Verhältnisse des „Buchmarktes“, wo das Zentralanliegen der Verlage die Bedürfnisse des potentiellen Lesers darstellen, neben den spezifischen literarischen Bedingtheiten für die Rezeption (z.B. Vorerfahrung mit literarischen Texten französischsprachiger Autoren maghrebinischer Herkunft) einen wesentlichen Einfluss auf die Lektüre und die Vermittlungsart dieser Literatur. In der romanistischen Literaturwissenschaft lässt sich anhand der in dieser Arbeit dargestellten wissenschaftlichen Abhandlungen zum Werk Assia Djebars und Maïssa Beys eine neue Tendenz in der Wahrnehmung dieser Literatur feststellen. Untersuchungen zu nicht thematischen Aspekten in der algerischen französischsprachigen Literatur wurden vorgenommen, in denen ein kritischer Blick in die bisher herrschenden Leseart literarischer Texte algerischer Autoren entworfen wird. Dabei ist es als kritisch zu betrachten, dass die literarischen Texte französischer Sprache von Autoren maghrebinischer Herkunft im Kontext eines weiten Feldes von „problematischen“ Begriffen wie die der „Postkolonial“, „Hybridität“, „Littérature beur“ besprochen werden, was zum Schluss zu der Frage führt: Sind diese Begriffe brauchbare Konzepte für die Analyse literarischer Texte, die durch Interkulturalität geprägt sind, wie die literarischen Texte algerischer französischsprachiger Autoren?
URL: https://repositorium.ub.uni-osnabrueck.de/handle/urn:nbn:de:gbv:700-2014041412399
Schlagworte: Algerien; Deutsches Sprachgebiet; französischsprachige Literatur; Rezeption
Erscheinungsdatum: 14-Apr-2014
Enthalten in den Sammlungen:FB07 - E-Dissertationen

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