My god! oder ¡Dios mío! Eine synchrone Studie zur Aufnahme und Anwendung von Anglizismen im mexikanischen Spanisch

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Titel: My god! oder ¡Dios mío! Eine synchrone Studie zur Aufnahme und Anwendung von Anglizismen im mexikanischen Spanisch
Autor(en): Millares Caballero, Denise
Erstgutachter: Prof. Dr. Alexander Bergs
Zweitgutachter: Prof. Dr. Thomas Hoffmann
Zusammenfassung: Die vorliegende Dissertation ordnet sich in den Kontext der Sprachkontaktforschung ein und beschäftigt sich mit der spezifischen Sprachkontaktsituation des mexikanischen Spanisch und Englischen (mSp-Eng). Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen der Sprachkontaktforschung darzustellen und den Sprachkontakt mSp-Eng auf seine lexikalischen Resultate hin zu untersuchen, d.h. auf die Aufnahme und Anwendung von Anglizismen im mexikanischen Spanisch. Im theoretischen Teil wird ein Überblick zu den theoretischen Grundlagen gegeben: Sprachkontakt, seine Definition und mögliche Resultate, bei denen Lehnwörter allgemein und Anglizismen im Besonderen im Zentrum des Interesses stehen. Darüber hinaus werden Problematiken der Sprachkontaktforschung thematisiert. Englisch und Spanisch werden in den Kontext von Sprachkontakt gesetzt und die spezifische Sprachkontaktsituation mSp-Eng aus sozio-kultureller Perspektive erläutert. Zudem wird die Rolle der Sprecher des mexikanischen Spanisch in diesem Zusammenhang betrachtet. Im empirischen Teil wird das mexikanische Spanisch auf die Aufnahme und Anwendung von Anglizismen in der Lexik hin analysiert. Dafür werden quantitative und qualitative Untersuchungen durchgeführt. Die quantitativen, korpusbasierten Untersuchungen setzen sich aus einer textsortenspezifischen Analyse (geschriebenen und gesprochenen Sprache) und einer themenspezifischen Analyse zusammen. Für die geschriebene Sprache werden die Medien Buch und Presse analysiert. Die qualitative Untersuchung wird anhand einer Umfrage unter Sprechern des mexikanischen Spanisch zum Meinungsbild zur Aufnahme und Anwendung von Anglizismen realisiert. Die vorliegende Arbeit verfolgt einen induktiven Forschungsansatz auf Basis umfangreicher Korpusanalysen. Dadurch kann eine möglichst große Datenmenge untersucht werden und es können Schlüsse für das mexikanische Spanisch allgemein gezogen werden. Die Umfrage unter den Sprechern ist ein unabdingbarer Bestandteil für die Interpretation der Ergebnisse, da die Sprecher der ausschlaggebende Faktor für die Resultate von Sprachkontakt sein können. Auf Grundlage der Ergebnisse werden folgende drei Schlussfolgerungen gezogen: 1. Die Lexik des mexikanischen Spanisch weist, im Vergleich zu früheren Studien, eine überraschend geringe Anzahl an Anglizismen auf. 2. Die Aufnahme und Anwendung von Anglizismen im mexikanischen Spanisch ist themenabhängig. 3. Die Sprecher des mexikanischen Spanisch haben eine puristische Sprachhaltung, welche die Aufnahme und Anwendung von Anglizismen hemmt. Anhand der quantitativen Untersuchungen zur Textsortenspezifik wird gezeigt, dass die Lexik des mexikanischen Spanisch nur eine geringe Anzahl an Anglizismen aufgenommen hat. In dem untersuchten Korpus weisen das Medium Buch 0,16% und das Medium Presse 0,43% Anglizismen auf. Die Diskrepanz beider Ergebnisse wird darauf zurückgeführt, dass die Aufnahme von Anglizismen themenabhängig ist. Das Medium Presse deckt ein größeres Themenspektrum ab als das Medium Buch, wodurch die Wahrscheinlichkeit anglophiler Themen bei der Presse höher ist als beim Buch. Die themenspezifische Analyse untermauert diese Annahme, da die Ergebnisse eine Differenzierung zwischen anglophilen und anglophoben Themengebieten zeigen. Themen mit Herkunft aus dem anglophonen Raum oder direktem Bezug zu diesem weisen eine höhere Anzahl an Anglizismen in der Lexik auf als solche Themen, denen diese Herkunft und/oder dieser Bezug fehlen. Die Themenspezifik lässt auf einen puristischen Sprachgebrauch der Sprecher des mexikanischen Spanisch schließen. Puristische Sprecher neigen zur Aufnahme notwendiger Anglizismen und zur Ablehnung nicht-notwendiger Anglizismen. Die Ergebnisse der qualitativen Untersuchung bestätigen diesen Befund. Die Sprecher des mexikanischen Spanisch sprechen dem Englischen eine große Bedeutung als internationale Sprache zu, lehnen aber nicht-notwendige Anglizismen in der Lexik des mexikanischen Spanisch ab und bevorzugen den Gebrauch von einheimischen Ausdrücken.
URL: https://repositorium.ub.uni-osnabrueck.de/handle/urn:nbn:de:gbv:700-2017110616312
Schlagworte: Sprachkontakt; mexikanisches Spanisch; Anglizismen
Erscheinungsdatum: 6-Nov-2017
Enthalten in den Sammlungen:FB07 - E-Dissertationen

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