Geschlechtsspezifische Rezeption von Digitalisierungsprozessen in Deutschland - Wie Geschlechterrollen die Wahrnehmung von Digitalisierungsrisiken und -chancen beeinflussen

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Titel: Geschlechtsspezifische Rezeption von Digitalisierungsprozessen in Deutschland - Wie Geschlechterrollen die Wahrnehmung von Digitalisierungsrisiken und -chancen beeinflussen
Autor(en): Seegers, Marco
ORCID des Autors: https://orcid.org/0000-0002-0934-2707
Zusammenfassung: Digitalisierungsprozesse und dessen Auswirkungen prägen den gesellschaftlichen und medialen Diskurs in nahezu allen westlich-modern Ländern und technisch-digitale Innovationen durchdringen zahlreiche gesellschaftlich relevante Lebensbereiche. Ein Leben ohne moderne Informations- und Kommunikationstechnik scheint für viele Personen mittlerweile undenkbar. Menschliches Handeln im Einzeln und gesellschaftliche Organisationsstrukturen im Ganzen werden durch die digitalen Wandlungsprozesse neugedacht, welches Fortschritt wie Risiko zugleich bedeutet. Ende des 20. und mit Beginn des 21. Jahrhunderts nahmen die digitalen und technologischen Innovationen in Form von Computerisierung bis hin zur künstlichen Intelligenz stetig zu. Dessen Transformationseffekte wirken sich auf das Erwerbs- sowie Privatleben von Männern und Frauen zugleich aus. Wenn auch im Zuge der Forschungsarbeit deutlich wird, dass die jeweiligen Effekte Frauen bzw. Männer mal mehr, mal weniger tangieren. Aufgrund der doppelten Belastung durch Erwerbstätigkeit und Haus- und Pflegearbeit, die Frauen im Durchschnitt häufiger erledigen, sind besonders Frauen durch die Digitalisierungsprozesse Risiken ausgesetzt. So gehen Digitalisierungsprozesse in Unternehmen beispielsweise häufig mit Arbeitsintensivierungsprozessen für Männer sowie Frauen einher. Männer haben somit im Durchschnitt noch weniger Zeit für die Familie und Frauen sind einer doppelten Arbeitsbelastung ausgesetzt. Im schlimmsten Fall müssen sie sich für die Familie oder den Beruf entscheiden. Generell drohen Männer sowie Frauen in Folge von Entgrenzungs-, Subjektivierungs- und Flexibilisierungsprozessen in unterschiedlichem Ausmaß zunehmend unter steigenden Arbeitsdruck durch Arbeitsintensivierungsprozesse zu geraten. Die durch die Digitalisierung veränderten Arbeitsanforderungen verlangen von Beschäftigten ein höheres Maß an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Die durch die technologischen Fortschritte veränderte Arbeitsorganisation innerhalb der Unternehmen sowie die sich wandelnden individuellen Arbeitsanforderungen und -erwartungen haben jedoch unterschiedliche Auswirkungen für Männer und Frauen. Die Forschungsarbeit liefert einen empirischen Beitrag zur Aufklärung von geschlechtsspezifischen Digitalisierungseffekten. So sind ein Großteil der bisherigen Untersuchungen zu Digitalisierungseffekten entweder auf die ökonomischen Auswirkungen der Digitalisierung beschränkt oder soziale Aspekte der Digitalisierung weisen eine systematische Geschlechtsblindheit auf. Zudem gibt es bisher überwiegend theoretische Abhandlungen über die sozialen geschlechtsspezifischen Folgen der Digitalisierung. So wird vorwiegend vom männlichen Idealtypus als Arbeitnehmer ausgegangen und Arbeitsanforderungen sowie Bedürfnisse der ArbeiternehmerInnen werden aus einer ausschließlich männlichen Perspektive analysiert. In der durchgeführten empirischen Analyse wird jedoch deutlich, dass Frauen und Männer ambivalenten Digitalisierungseffekten ausgesetzt sind und in Bezug auf ihr Familien- und Arbeitsleben unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche aufweisen. Dies führt unter anderem dazu, dass Männer die Folgen des digitalen Wandels insgesamt positiver einschätzen als Frauen.
Bibliografische Angaben: Masterarbeit Universität Osnabrück, Fachbereich 1 - Kultur- und Sozialwissenschaften, Institut für Sozialwissenschaften, Quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung und Sozialstrukturanalyse, Betreuerin: ProfIn Dr. Katrin Golsch, Osnabrück, 2018
URL: https://repositorium.ub.uni-osnabrueck.de/handle/urn:nbn:de:gbv:700-201901241123
Schlagworte: Digitalisierung; Chancen; Risiken; Geschlecht; Gender; soziale Rollen; soziale Ungleichheit; Rezeption
Erscheinungsdatum: 24-Jan-2019
Lizenzbezeichnung: Attribution-NonCommercial 3.0 Germany
URL der Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/de/
Enthalten in den Sammlungen:FB01 - Hochschulschriften

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